Verwendung von Modalverben (Modal Verbs)

Leitfaden zu den englischen Modalverben: die wichtigsten Bedeutungen (z. B. Fähigkeit, Erlaubnis, Pflicht), typische Besonderheiten und die passenden Ersatzformen wie be able to oder have to – mit klaren Beispielen.

Hallo! Ich bin Bernd Kapori, angewandter Linguist und seit 18 Jahren Englischlehrer.

Hier lernst du in 5 Minuten die Grundlagen zu Modalverben.

💡 Bernds Praxis-Tipp: „Merke dir als Schnellregel: Modalverb + Grundform (ohne to, ohne -s). Sobald du eine Zeitform brauchst, die das Modalverb nicht bildet, wechselst du zur Ersatzform (z. B. be able to, have to, be allowed to).“

Zuletzt aktualisiert: Januar 2026

Dein Upgrade: Modalverben endlich logisch verstehen

Wie werden Modalverben im Englischen verwendet?

Modalverben (auf Englisch: modal verbs) sind eine Untergruppe der Hilfsverben. Sie drücken Modalität und somit Wünsche, Fähigkeiten, Zwänge oder Möglichkeiten aus. Damit zeigen sie die persönliche Sicht auf eine Handlung. Man verwendet sie daher sehr häufig in der englischen Sprache.

Modalverben haben jedoch eigene Regeln. Sie kommen nur in wenigen Zeitformen vor. Außerdem stehen niemals zwei Modalverben zusammen in einem Satz. Für diese Fälle gibt es dann spezielle Ersatzformen.

Wie man Modalverben in der Gegenwart verwendet, erklärt auch die Seite Modalverben im Present Simple und für die Vergangenheit die Seite Modalverben im Past Simple.

Die entscheidende Regel

Nach einem Modalverb steht das Vollverb immer in der Grundform (bare infinitive)ohne „to“ und in der 3. Person ohne „-s“ (z. B. He can swim, nicht He cans/He can swims). Für Zeiten und Formen, die Modalverben nicht bilden, nutzt du Ersatzformen wie be able to, have to oder be allowed to.

Can/could (können, könnte, fähig sein)

Mit can sagt man, was jemand kann, was erlaubt ist oder was möglich ist. Could ist meist höflicher („Könntest du…?“) und wird auch für die Vergangenheit verwendet.

Beispiele mit Modalverb

Can I borrow your car, please?

Kann ich mir bitte dein Auto leihen?

Erlaubnis

I can speak French, but I can’t speak Greek.

Ich kann Französisch, aber kein Griechisch.

Fähigkeit

This can’t be possible.

Das kann nicht möglich sein.

Möglichkeit

Could you call me back later?

Könntest du mich später wieder anrufen?

Bitte

Beispiele mit Ersatzform

I’m not sure if I will be able to come to the party.

Ich weiß noch nicht, ob ich zu der Party kommen kann.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to be able to

Will I be able to borrow your car when I have my driver’s license?

Werde ich mir dein Auto leihen können, wenn ich meinen Führerschein habe?

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to be able to

Aufpassen: could und to be able to haben einen Bedeutungsunterschied (Erklärung).

May/might (dürfen, könnte)

May und might sind Modalverben für Erlaubnis (may = dürfen, höflich) und Möglichkeit/Unsicherheit (might = könnte/vielleicht). Ersatzform: be be allowed to = „dürfen/erlaubt sein“ (z. B. in anderen Zeiten oder im Passiv).

Beispiele mit Modalverb

I might do that later.

Vielleicht mache ich das später.

Möglichkeit

May I ask you something?

Darf ich dich etwas fragen?

Höflichkeit

You may go out until midnight.

Du darfst bis Mitternacht weggehen.

Erlaubnis

Beispiele mit Ersatzform

Mobile phones are not allowed to be used in the meeting room.

Handys dürfen im Besprechungsraum nicht verwendet werden.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to be allowed to

I don’t know if I will be allowed to go to the concert.

Ich weiß nicht, ob ich auf das Konzert werde gehen dürfen.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to be allowed to

Must (müssen)

Must drückt meist Pflicht/Notwendigkeit aus („müssen“) und kann auch eine starke Vermutung bedeuten („muss wohl … sein“). Ersatzform: to have to wird oft für Vergangenheit/Zukunft genutzt (z. B. had to, will have to).

Beispiele mit Modalverb

I had an accident, and now I must go to the police.

Ich hatte einen Unfall und muss jetzt zur Polizei.

Verpflichtung

She doesn’t stop reading. That book must be fascinating.

Sie hört nicht auf zu lesen. Dieses Buch muss sehr spannend sein.

Wahrscheinlichkeit / Vermutung

Beispiele mit Ersatzform

Peter had to go home early last night.

Peter musste gestern Nacht früh nach Hause.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to have to

You will have to show your passport at the airport.

Am Flughafen wirst du deinen Pass zeigen müssen.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to have to

Must not / may not (nicht dürfen)

Must not / may not bedeuten Verbot („nicht dürfen“). Must not ist meist strenger als may not. Ersatzform: (not) to be allowed to = „(nicht) erlaubt sein / (nicht) dürfen“ (z. B. in anderen Zeiten oder im Passiv).

Beispiele mit Modalverb

You must not smoke in here.

Du darfst hier drinnen nicht rauchen.

Verbot

You may not park in front of the building.

Du darfst nicht vor dem Gebäude parken.

Verbot

Beispiele mit Ersatzform

We arrived too late, so we were not allowed to enter anymore.

Wir kamen zu spät und durften nicht mehr hinein.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit not to be allowed to

You will not be allowed to feed any animals in the park.

Du wirst keine Tiere im Park füttern dürfen.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit not to be allowed to

Need not (nicht müssen)

Need not bedeutet „nicht müssen“ (= es ist nicht notwendig). Ersatzform: (not) to have to wird häufig verwendet, besonders in anderen Zeiten (z. B. don’t have to, didn’t have to).

Beispiele mit Modalverb

You needn’t do that just because of me.

Nur wegen mir musst du das nicht machen.

fehlende Erforderlichkeit

Beispiele mit Ersatzform

We don’t have to watch the movie till the end.

Wir müssen den Film nicht bis zum Ende anschauen.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit not to have to

They didn’t have to bring any money as they were invited.

Sie mussten kein Geld mitbringen, da sie eingeladen waren.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit not to have to

Will/would (werden, würde, wollte)

Will / would werden für die Zukunft (will) und für höfliche Fragen bzw. hypothetische Aussagen (would = „würde“) verwendet. Ersatzform: to want to entspricht „wollen“ und wird genutzt, wenn „would“ eher „wollte“ bedeutet.

Beispiele mit Modalverb

Our trip to Australia will be very expensive.

Unsere Reise nach Australien wird sehr teuer werden.

Zukunft

Would you like some coffee?

Möchtest du Kaffee?

Frage

I would stay longer, but I have to go to work.

Ich würde länger bleiben, aber ich muss zur Arbeit.

Möglichkeit

Beispiele mit Ersatzform

Sam wanted to help you, but he didn’t know how.

Sam wollte dir helfen, aber wusste nicht wie.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to want to

They had always wanted to travel the world, but then they retired and moved to South Africa.

Sie wollten immer die Welt bereisen, aber dann setzten sie sich zur Ruhe und zogen nach Südafrika.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to want to

Shall/should / ought to (sollen)

Shall / should / ought to bedeuten „sollen“: shall für Vorschläge („Soll ich …?“), should/ought to für Ratschläge oder Erwartungen. Ersatzformen: to be supposed to = „eigentlich sollen / erwartet werden“, to have to kann „sollte“ im Sinn von Notwendigkeit ausdrücken.

Beispiele mit Modalverb

Shall I turn on the heating?

Soll ich die Heizung anmachen?

Vorschlag

You should get some rest; you look tired.

Du solltest dich ein bisschen ausruhen, du siehst müde aus.

Ratschlag

Beispiele mit Ersatzform

Mike was supposed to go to the doctor’s yesterday.

Mike sollte gestern zum Arzt gehen.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to be supposed to

I had to close the window because Peter had a cold.

Ich sollte das Fenster schließen, weil Peter erkältet war.

Ersatzform bzw. Umschreibung mit to have to

Besonderheiten bei der Verwendung von Modalverben

Bei der Verwendung von Modalverben ergeben sich folgende Besonderheiten:

Kein -s am Verbende

Bei Modalverben wird – im Gegensatz zu den Vollverben – auch in der dritten Person weder beim Modalverb selbst (cans), noch beim Vollverb ein s angehängt:

Mike can speak a bit Chinese.

Mike kann ein wenig Chinesisch.

Nicht: Mike cans speak a bit Chinese.

Nicht: Mike can speaks a bit Chinese.

You don’t have to walk; my sister will take you to the station.

Du musst nicht zu Fuß gehen, meine Schwester fährt dich zum Bahnhof.

Nicht: You don’t have to walk; my sister wills take you to the station.

Nicht: You don’t have to walk; my sister will takes you to the station.

Keine ing-Form möglich

Ebenfalls können Modalverben keine Verlaufsform (wie das Present Participle bzw. ing-Form) bilden:

  • musting
  • willing

Grundform ohne to

Der Infinitiv (Grundform) wird bei Modalverben nicht mit to angegeben:

  • to can
  • to would

Kein Hilfsverb in Fragen und Verneinungen

Da Modalverben auch Hilfsverben sind, wird in Fragen und Verneinungen kein weiteres Hilfsverb wie z. B. to do oder to have verwendet (Do you can …):

Will you be here when I come back?

Wirst du hier sein, wenn ich zurück komme?

Nicht: Do you will be here when I come back?

Can you tell me the way to the post office?

Können Sie mir den Weg zur Post sagen?

Nicht: Do you can tell me the way to the post office?

Keine zwei Modalverben in einem Satz

Wie oben bereits erwähnt, können Modalverben nicht in Kombination mit anderen Modalverben im selben Satz stehen:

If I study hard, I will be able to speak French soon.

Wenn ich viel lerne, werde ich bald Französisch sprechen können.

Nicht: If I study hard, I will can speak French soon.

Schluss mit der Ausnahmen-Falle: die Logik der Modalverben

Warum heißt es nicht „he cans“? Modalverben folgen eigenen, logischen Regeln. Mit diesem Kurs bringst du System in das vermeintliche Chaos und vermeidest die typischen Fehler ein für alle Mal.

 

Vertiefung & Anwendung – Modalverben (can, may, must)

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